{"id":546,"date":"2018-05-14T08:00:47","date_gmt":"2018-05-14T06:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.haraldfriedl.ch\/?p=546"},"modified":"2018-05-16T09:35:41","modified_gmt":"2018-05-16T07:35:41","slug":"fragwuerdige-bewilligungspraxis-bei-demonstrationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.haraldfriedl.ch\/?p=546","title":{"rendered":"Fragw\u00fcrdige Bewilligungspraxis bei Demonstrationen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_552\" aria-describedby=\"caption-attachment-552\" style=\"width: 899px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.haraldfriedl.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P5200772-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-552 size-full\" src=\"https:\/\/www.haraldfriedl.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P5200772-1.jpg\" alt=\"\" width=\"899\" height=\"563\" srcset=\"https:\/\/www.haraldfriedl.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P5200772-1.jpg 899w, https:\/\/www.haraldfriedl.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P5200772-1-300x188.jpg 300w, https:\/\/www.haraldfriedl.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P5200772-1-768x481.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 899px) 100vw, 899px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-552\" class=\"wp-caption-text\">Bunter Demonstrationszug beim March against Syngenta und Monsanto 2017. Foto: Pascal Staedeli (http:\/\/past.photography)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Der \u00abMarch against Monsanto und Syngenta\u00bb wird am 19. Mai 2018 bereits zum vierten Mal in Basel stattfinden. Die jeweils weit \u00fcber tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller Altersgruppen haben stets kreativ und friedlich auf die problematische Rolle der beiden Saatgut- und Pestizidproduzenten Monsanto und Syngenta hingewiesen. Weil die Polizeileitung in diesem Jahr keine Bewilligung f\u00fcr den Demozug durch die Innenstadt erteilte, habe ich eine Interpellation eingereicht.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Produkte dieser Firmen vergiften nicht nur B\u00f6den und Gew\u00e4sser, sondern auch AnwenderInnen. Ein UN-Bericht spricht gar von j\u00e4hrlich rund 200&#8217;000 Todesf\u00e4llen aufgrund von Pestizidanwendungen, vor allem im globalen S\u00fcden (z.B. www.weltagrarbericht.de; 14.3.2017). Syngenta vertreibt mit Paraquat und Atrazin auch weiterhin Pestizide in Drittweltl\u00e4ndern, die in der Schweiz und Europa aufgrund ihrer Giftigkeit l\u00e4ngst verboten sind (www.swissinfo.ch; 9.05.2017). Ihre Produkte gef\u00e4hrden zudem auch die Biodiversit\u00e4t und die \u00d6kosysteme wie diverse Studien zeigen. Viele Leute sind der Meinung, dass es absolut notwendig ist, mit einer j\u00e4hrlichen Kundgebung auf diese Missst\u00e4nde hinzuweisen.<\/p>\n<p>Die beiden ersten Veranstaltungen des \u00abMarch against Monsanto und Syngenta\u00bb f\u00fchrten jeweils vom Barf\u00fcsserplatz bis vor den Hauptsitz von Syngenta beim Badischen Bahnhof. Letztes Jahr musste die Demonstrationsroute aufgrund der Sanierung der Mittleren Br\u00fccke erstmals \u00fcber die Wettsteinbr\u00fccke statt \u00fcber den Marktplatz geleitet werden. In diesem Jahr sollte er aber auf Wunsch der OrganisatorInnen wieder \u00fcber den Marktplatz f\u00fchren, der das politische Zentrum von Basel darstellt. In Gespr\u00e4chen teilte jedoch die Polizeileitung mit, dass diverse Abw\u00e4gungen dazu f\u00fchrten, den Demozug \u00fcber die Mittlere Br\u00fccke nicht zu bewilligen. Als Gr\u00fcnde wurden Beschwerden von Ladenbesitzern und der BVB erw\u00e4hnt. Zudem hat die Polizei auf eine nicht n\u00e4her definierte Praxis verwiesen. Ziel einer \u00f6ffentlichen Kundgebung ist es, Passantinnen und Passanten zu erreichen und politische Botschaften an ein m\u00f6glichst grosses Publikum zu bringen. Mit der von der Kantonspolizei vorgeschlagenen Alternativroute kann gem\u00e4ss Organisatoren jedoch keine vergleichbare Appellwirkung erzielt werden.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Regierungsrat um die Beantwortung folgender Fragen:<\/p>\n<ol>\n<li>Aufgrund welcher Kriterien werden Demonstrationsgesuche, respektive deren Routen bewertet? Wie sind diese Kriterien gewichtet?<\/li>\n<li>Gibt es hierzu verbindliche Richtlinien, Vorgaben des Regierungsrates oder des Justiz- und Sicherheitsdepartements (JSD), die \u00fcber \u00a714 der Strassenverkehrsverordnung (StVO) hinausgehen? Sind diese \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich?<\/li>\n<li>Welche Dienststellen oder Organisationen werden, abgesehen von den Verkehrsbetrieben, in die Abw\u00e4gungen einbezogen und welchen Einfluss haben diese auf den Entscheid?<\/li>\n<li>Gewichtet der Regierungsrat die Meinungs\u00e4usserungsfreiheit in publikumswirksamen Teilen der Stadt h\u00f6her als ungest\u00f6rtes \u00abL\u00e4dele\u00bb?<\/li>\n<li>Wer entscheidet innerhalb des JSD schlussendlich \u00fcber die Bewilligung oder Nichtbewilligung einer vorgeschlagenen Route?<\/li>\n<li>Gibt es eine \u00c4nderung der Praxis beim Bewilligungswesen in den letzten Jahren? Wenn ja, auf was ist diese zur\u00fcckzuf\u00fchren?<\/li>\n<li>Teilt der Regierungsrat die Haltung, dass dem Demonstrationsrecht und dem damit verbundenen Publizit\u00e4tsbed\u00fcrfnis ein hoher Stellenwert einzur\u00e4umen ist, und dass hierf\u00fcr der Einbezug gut besuchter Teile der Innenstadt und insbesondere des Marktplatzes mit dem Rathaus notwendig ist?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Harald Friedl<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u00abMarch against Monsanto und Syngenta\u00bb wird am 19. Mai 2018 bereits zum vierten Mal in Basel stattfinden. Die jeweils weit \u00fcber tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller Altersgruppen haben stets kreativ und friedlich auf die problematische Rolle der beiden Saatgut- und Pestizidproduzenten Monsanto und Syngenta hingewiesen. 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