{"id":711,"date":"2021-04-14T17:45:13","date_gmt":"2021-04-14T15:45:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.haraldfriedl.ch\/?p=711"},"modified":"2022-03-08T17:34:41","modified_gmt":"2022-03-08T16:34:41","slug":"es-braucht-eine-mehrstufige-trinkwasseraufbereitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.haraldfriedl.ch\/?p=711","title":{"rendered":"Es braucht eine Mehrstufige Trinkwasseraufbereitung"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.haraldfriedl.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_2840-scaled.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"631\" src=\"https:\/\/www.haraldfriedl.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_2840-1024x631.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-712\" srcset=\"https:\/\/www.haraldfriedl.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_2840-1024x631.jpeg 1024w, https:\/\/www.haraldfriedl.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_2840-300x185.jpeg 300w, https:\/\/www.haraldfriedl.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_2840-768x474.jpeg 768w, https:\/\/www.haraldfriedl.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_2840-1536x947.jpeg 1536w, https:\/\/www.haraldfriedl.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_2840-2048x1263.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption><em>Unter dieser Teerfl\u00e4che liegt die ehemalige Chemiem\u00fclldeponie Feldreben in Muttenz.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Heute durfte ich zur <a href=\"https:\/\/www.grosserrat.bs.ch\/dokumente\/100393\/000000393512.pdf\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.grosserrat.bs.ch\/dokumente\/100393\/000000393512.pdf\">&#8222;Motion Thomas Grossenbacher und Konsorten f\u00fcr eine mehrstufigen Trinkwasseraufbereitungsanlage nach dem Vorbild der Gemeinde Muttenz f\u00fcr das gesamte Basler Trinkwasser&#8220;<\/a> im Grossen Rat sprechen. Leider reichten die f\u00fcnf Minuten nicht, weshalb ich hier mein Votum in voller L\u00e4nge publiziere.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und wir m\u00fcssen dazu Sorge tragen, heute und in Zukunft. Dieser Tatsache sind wir uns oftmals zu wenig bewusst, weil es in der Schweiz und hier in Basel wie selbstverst\u00e4ndlich und ohne Einschr\u00e4nkungen jederzeit aus dem Wasserhahn sprudelt. Wir duschen mit Trinkwasser, wir sp\u00fclen unsere WC\u2019s mit Trinkwasser oder reinigen unsere B\u00f6den und Fenster mit Trinkwasser. Wir verwenden und verschwenden es in riesigen Mengen fast schon achtlos. Trinkwasser von sehr guter Qualit\u00e4t ist in der Schweiz also in grossen Mengen und f\u00fcr uns selbstverst\u00e4ndlich vorhanden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Sie kennen wohl auch alle aus Auslandaufenthalten den Geschmack von chloriertem Wasser. Sp\u00e4testens dort k\u00f6nnen wir wahrnehmen, dass Trinkwasser aufbereitet wurde, damit es trinkbar wird. Auch bei uns muss das Trinkwasser aufbereitet werden, nur nehmen wir es nicht so offensichtlich wahr. Daf\u00fcr kommen verschiedenste Massnahmen zum Zug, die auf die jeweiligen Gegebenheiten der Gemeinwesen abgestimmt werden m\u00fcssen. Auch hier in der Region Basel wird das Trinkwasser mit grossem Aufwand aufbereitet, damit wir es bedenkenlos direkt aus dem Wasserhahn konsumieren k\u00f6nnen und es nicht von weit her beschaffen m\u00fcssen. Dies wollen wir sicherstellen mit dieser Motion, auch f\u00fcr die Zukunft. Es kann also nicht unbehandelt konsumiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Wie der Motion\u00e4r schreibt, werden im Basler Trinkwasser mit hochempfindlicher Analytik immer wieder Fremdstoffe entdeckt, die unerw\u00fcnscht sind. Was vielen aber nicht bewusst ist, ist, dass dies nicht Einzelf\u00e4lle sind. Fremdstoffe sind immer im Trinkwasserwasser vorhanden. Dies hat bei unserem Trinkwasser mit der Art und Weise zu tun, wie die Trinkwasseraufbereitung in der Region Basel erfolgt. Wir Pumpen Rheinwasser in die beiden Wasserversickerungsanlagen im Hardwald und in den Langen Erlen und fassen es im Grundwasser wieder, nachdem es durch die Versickerung auf nat\u00fcrliche Art vorgereinigt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Hier haben wir ein erstes Problem: Der Rhein ist das Sammelgef\u00e4ss f\u00fcr die meisten Abw\u00e4sser der Schweiz. Tausende Industriebetriebe, mehrere AKW\u2019s und Millionen Haushalte entlassen ihre Abw\u00e4sser nach einer Reinigung in einer Kl\u00e4ranlage in den Rhein. Diese Abwasserreinigung ist aber nie hundertprozentig. Als Stichwort will ich die Mikroverunreinigungen erw\u00e4hnen, die die Reinigungsstufen der Kl\u00e4ranlagen passieren, wenn diese nicht auf dem neusten Stand der Technik sind. Zudem sind wir auch nie gefeit vor Leckagen in Betrieben oder Unf\u00e4llen wie dies fr\u00fchere Beispiele zeigen und in der Motion als Beispiele aufgef\u00fchrt sind. Diese Substanzen sind also im Rhein und werden nicht zu hundert Prozent durch die nat\u00fcrliche Versickerung in den Sickerfeldern entfernt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Mir ist klar, dass nicht alle Spurenstoffe im Trinkwasser bedenklich sind, vor allem nicht in den sehr tiefen Konzentrationen in denen sie mit den heutigen Analysenmethoden detektiert werden k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen aber auch festhalten, dass die toxikologischen Eigenschaften von vielen Stoffen nicht bekannt sind. Oft k\u00f6nnen diese Stoffe nicht identifiziert werden, zu vielf\u00e4ltig sind diese und zu komplex ist der Nachweis. Ergo kennen wir auch nicht alle Eigenschaften dieser Substanzen. In vielen F\u00e4llen m\u00fcssen wir m\u00fcssen wir uns also mit Vergleichen und Modellen behelfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Zum zweiten Problem der Trinkwasseraufbereitung in der Region Basel. Wie ich vorher ausf\u00fchrte pumpen wir Rheinwasser in Versickerungsanlagen in der Langen Erle, aber auch im Hardwald in unmittelbarerer Nachbarschaft zur Chemiem\u00fclldeponie Feldreben. Ich habe rund 2 Jahre &#8211; quasi beruflich &#8211; die Resultate der Untersuchungen der Deponie bewertet und kann ihnen versichern, dass dort tausende verschiedener Substanzen, Zwischen- und Abbauprodukte fr\u00fcherer chemischer Produktionen vorhanden sind sowie Metaboliten wie sie im Untergrund entstehen. Die Verh\u00e4ltnisse im Untergrund sind komplex und werden kontrovers diskutiert. Jedenfalls ist es nicht v\u00f6llig ausgeschlossen, dass Substanzen aus der Deponie ins Grundwasser gelangen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Solche Substanzen f\u00fchrten schon fr\u00fcher zu Massnahmen bei der Trinkwasseraufbereitung. Die Hardwasser AG betreiben seit Jahren zur Sicherung des Trinkwassers eine Aktivkohle-Filteranlage, weil im Trinkwasser Chlorbutadiene feststellt wurden, die aus fr\u00fcheren chemischen Produktionen stammen. Die Filteranlagen sind also aufgrund des Nachweises einer einzelnen Substanzgruppe eingerichtet worden und funktionieren gut beim Zur\u00fcckhalten von apolaren Substanzen. Diese Reinigungswirkung versagt aber oft bei polaren Substanzen. Substanzen wie sie sowohl im Rhein, als auch in der Chemiem\u00fclldeponie Feldreben vorhanden sind. Mit der Erstellung einer zus\u00e4tzlichen Oxidationsstufe k\u00f6nnen wir auch diese Substanzen besser aus dem Wasser entfernen, bevor es als Trinkwasser im Wasserhahn landet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Eine zus\u00e4tzliche Aufbereitungsstufe, wie sie der Motion\u00e4r vorschl\u00e4gt entspr\u00e4che also dem Prinzip der Vorsorge, um der Verunreinigung des Trinkwassers mit polaren Stoffen vorzubeugen und ist in unseren Augen absolut notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\"><em>Dies ist, nebenbei erw\u00e4hnt, auch die Meinung einer Expertengruppe, die sich mit der Wasserwirtschaft der Schweiz besch\u00e4ftigt. Im Bericht \u00abAuswirkungen des Klimawandels auf die Wasserwirtschaft der Schweiz\u201c der von der Schweizerischen Hydrologischen Kommission der Akademie der Naturwissenschaften mitherausgegeben und soeben publiziert wurde kommt zum Schluss, in zitierte: \u00abBei Seen und angereichertem Grundwasser ist eine mehrstufige Aufbereitung ohnehin unvermeidlich.\u00bb.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\"><em>Pikanterweise machen wir das gerade bei der Abwasserreinigungsanlage, der ARA Rhein von ProRheno, wo aktuell mit grossem Aufwand und vielen Millionen Franken eine mehrstufige Reinigungsanlage gebaut wird Der Grosse Rat hat hierzu im September 2018 Gr\u00fcnes Licht gegeben. Nicht nur Hinten sollte in die Reinheit des Wassers investiert werden, sondern auch Vorne, bei der Aufbereitung von Trinkwasser.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute durfte ich zur &#8222;Motion Thomas Grossenbacher und Konsorten f\u00fcr eine mehrstufigen Trinkwasseraufbereitungsanlage nach dem Vorbild der Gemeinde Muttenz f\u00fcr das gesamte Basler Trinkwasser&#8220; im Grossen Rat sprechen. 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